©  k. & th. lindner 2004 - 2016
lindners-reiseberichte.de
2016 Sri Lanka
21.03.2016  Rundreise - Kandy Theoretisch   konnten   wir   ausschlafen,   denn   Start   sollte   erst   9:00   Uhr   sein. Der   Lärm   vom   Vorabend   setzte   jedoch   6:30   Uhr   wieder   ein.   Da   wir   nachts aber recht gut geschlafen hatten, war das schon in Ordnung. Also   machten   wir   uns   frisch,   frühstückten   und   setzten   unser   Abenteuer fort. Nach   einer   Fahrzeit   von   ca.   einer   Stunde   lieferte   uns   Sunil   in   einer   Teefabrik ab.   Eine   Führerin   erklärte   uns   auf   englisch   die   einzelnen   Arbeitsschritte   der Teeproduktion.   Die   Maschinen   hatten   schon   etliche   Jahre   auf   dem   Buckel, taten   aber   immer   noch   ihren   Dienst.   Nach   einer   Tasse   Tee   und   ein   paar Einkäufen ging es weiter Richtung Kandy. Kandy   liegt   auf   einer   Höhe   von   500   m   ü.NN.   Wir   mussten   also   von   1.893   m Höhe      ins      Tal      fahren.      Unterwegs      konnten      wir      immer      wieder Teepflückerinnen   bei   ihrer   Arbeit   sehen.   Zwischendurch   machten   wir   Halt an   einem   Hotel   und   schauten   uns   einen   Wasserfall   an   –   mächtig   hoch,   aber mit   sehr   wenig   Wasser.   Zur   Regenzeit   soll   der   Wasserfall   sehr   imposant aussehen. Bei   der   Weiterfahrt   quietschte   unser   Auto   ziemlich   laut.   Sunil   war   ratlos. Thomas    schaute    nach    und    stellte    fest,    dass    wahrscheinlich    ein    Stein zwischen    Ankerplatte    und    Bremsscheibe    geraten    war.    Ein    paar    Meter rückwärts fahren, dann war das Geräusch weg. Sunil war erleichtert. Kurz   vor   Kandy   erreichten   wir   den   botanischen   Garten   „Peradeniya“.   Sunil gab   uns   zwei   Stunden   Zeit   für   die   Besichtigung   des   60   ha   großen   Areals.   Wir kauften     Eintrittskarten     und     mokierten     uns     wieder     einmal     über     die Eintrittskartenpraxis.     Einheimische     zahlen     50     Rupien,     Touristen     1.100 Rupien. Mit    Hilfe    des    Orientierungsplanes    machten    wir    uns    auf    den    Weg.    Im Orchideenhaus   fühlten   wir   uns   nach   Hause   versetzt   –   es   sah   aus   wie   bei „Obi“   –   das   hatten   wir   schon   besser   gesehen.   Imposant   waren   dann   die Allee   mit   Kanonenkugelbäumen,   die   verschiedenen   Bambusarten   und   die Birkenfeigen. Nach    einer    Stunde    suchten    wir    uns    ein    schattiges    Plätzchen    auf    der Terrasse     der     Cafeteria     und     ließen     uns     ein     Sandwiche     und     einen Karamellpudding schmecken. Dazu gab es Tee. Im   Verkehrschaos   vor   dem   botanischen   Garten   fanden   wir   schließlich   Sunil wieder,   der   uns   zunächst   ins   Hotel   „Piarnawa   Resort“   brachte.   Vom   Zimmer aus   bot   sich   ein   herrlicher   Blick   über   die   Stadt   und   den   See.   Die   Balkontür selbst    ließ    sich    wegen    defektem    Schloss    nicht    öffnen.    Ein    Hinweisschild warnte    jedoch    sowieso    davor,    die    Tür    offen    stehen    zu    lassen    –    in    der Umgebung sollen ständig Affen unterwegs sein. Am   frühen   Abend   holte   uns   Sunil   wieder   ab   und   brachte   uns   zum   „Kandy Lake    Club“.    Der    Name    ließ    auf    eine    feine    Adresse    schließen,    der    Ort entpuppte   sich   als   Wellblech-Veranstaltungshalle.   Für   1.000   Rupien/Person wurden   uns   dort   10   –   11   Folkloretänze   vorgeführt.   Die   artistische   Leistung war   schon   beeindruckend,   aber   solche   Darbietungen   sind   nicht   ganz   nach unserem Geschmack. Nächstes    Ziel    war    der    Zahn-Tempel,    um    die    abendliche    Zeremonie    zu besuchen.   Allabendlich   wird   der   Schrein   geöffnet,   in   dem   sich   der   Behälter mit   Buddhas   Zahn   befindet.   Den   Zahn   des   Buddha   selbst   kann   man   aller fünf Jahre sehen, wenn auch der Behälter geöffnet wird. Zunächst   mussten   wir   aber   erst   einmal   einen   Parkplatz   finden.   Der,   in   den Sunil   zuerst   hineinfuhr,   stellte   sich   für   unseren   Bus   als   zu   kurz   heraus.   Da aber   nicht   nur   wir   zur   Zeremonie   wollten,   war   rückwärts   kein   Rauskommen auf   die   vielbefahrene   Straße.   Thomas   stellte   sich   kurzerhand   auf   die   Straße und   sperrte   dies   ab,   damit   Sunil   mit   dem   Bus   zurück   fahren   konnte.   Sowas hatten   vermutlich   weder   Sunil   noch   die   gestoppten   Fahrer   jemals   erlebt. Jedenfalls      konnten      wir      unsere      Parkplatzsuche      fortsetzen.      An      der Hauptstraße    wurden    wir    fündig.    Zum    Zahn-Tempel    eilen,    Eintrittskarten kaufen,   Schuhe   abgeben   und   schon   schoben   wir   uns   mit   den   Massen   durch den   Tempel.   Treppe   hoch,   vorbei   am   geöffneten   Schrein,   in   dem   man   nur ein   Blumenmeer   erkennen   konnte,   Treppe   wieder   runter   –   einfach   immer nur    mit    den    Menschen    mitlaufen.    Besonders    beeindruckend    war    die Bücherei.   Die   Bücher   ähneln   einer   Art   Leporello   mit   ca.   60   cm   Breite,   10   cm Höhe und 30 cm Tiefe. Das   Gebäude   selbst   und   die   Massen   an   Menschen,   die   nicht   nur   an   diesem Abend der Zeremonie beiwohnten, waren schon imposant. 20:00   Uhr   saßen   wir   beim   Abendessen   im   Hotel.   Es   gab   Touristenessen. Pommes   –   für   Kerstin   mit   Huhn   und   für   Thomas   mit   Fisch   und   Remoulade. Die   Hühnersuppe   vorher   war   in   Ordnung.   Den   Nachtisch   bildete   Obst.   Es war das erste Essen in Sri Lanka, das wir nicht mochten.
zurück                  Tag                      vor